67 Prozent der deutschen Industriebetriebe erleben mindestens einmal im Monat einen ungeplanten Maschinenstillstand. Pro Stunde entstehen dadurch Kosten von rund 147.000 Euro. Das zeigt die ABB-Studie „Value of Reliability“ aus dem Jahr 2023, für die 3.215 Instandhaltungsentscheider befragt wurden.
Trotzdem setzen 21 Prozent der deutschen Unternehmen weiterhin ausschließlich auf reaktive Instandhaltung und reparieren erst, wenn die Anlage bereits steht.
Genau diese Lücke schließt die vorbeugende Instandhaltung:
Sie wartet nach festen Intervallen, statt auf den Ausfall zu warten. Zugleich stellt sich die Frage, ob starre Intervalle immer wirtschaftlich sind oder ob Teile manchmal zu früh getauscht werden.
Dieser Beitrag zeigt, wie die vorbeugende Instandhaltung funktioniert, welche Vorteile und Grenzen sie hat und wie Sie sie sauber umsetzen.
Wartung nach festen Intervallen statt auf Ausfall warten
Feste Termine statt spontaner Reparaturen
Regelmäßige Pflege schont Ihre Anlagen
Anlagen laufen seltener im kritischen Zustand
keine aufwendige Sensorik nötig
Die vorbeugende Instandhaltung, auch präventive Instandhaltung genannt, ist eine Strategie, bei der Wartungsmaßnahmen nach festen Vorgaben erfolgen.
Grundlage ist nicht der aktuelle Zustand einer Maschine, sondern ein festes Intervall: nach Kalenderzeit, nach Betriebsstunden oder nach einer bestimmten Zahl an Produktionszyklen.
Das Ziel ist einfach:
Verschleiß und Ausfälle sollen verhindert werden, bevor sie entstehen. Damit steht die vorbeugende Instandhaltung zwischen der
rein reaktiven Wartung, die erst nach einem Ausfall repariert, und der zustandsabhängigen Wartung, die sich nach realen Messwerten richtet.
Gerade Betriebe, die ohne umfangreiche Messtechnik starten möchten, finden hier einen pragmatischen Einstieg in eine geplante Instandhaltung.
Die drei Instandhaltungsstrategien unterscheiden sich vor allem darin, was eine Wartung auslöst:
| Strategie | Auslöser | Vorhersagbarkeit | Aufwand |
|---|---|---|---|
| Reaktiv | Ausfall tritt ein | keine | niedrig, bis zum Ausfall |
| Vorbeugend | festes Intervall | hoch | mittel, planbar |
| Zustandsabhängig | Messwert erreicht Grenze | hoch und präzise | höher, Sensorik nötig |
Für Betriebe ohne umfangreiche Messtechnik ist die vorbeugende Instandhaltung der pragmatische Einstieg in eine geplante Wartung. Sie kommt ohne die Sensorik aus, die eine zustandsabhängige Instandhaltung voraussetzt.
Die vorbeugende Instandhaltung folgt einem festen Wartungsplan.
Dieser legt für jede Anlage fest, welche Aufgabe wann durchzuführen ist.
1. Intervalle festlegen
Beispiel:
Getriebe alle 2.000 h
2. Wartungsplan erstellen
Klare Übersicht
3. Wartung durchführen
Lückenlose Historie
Feste Intervalle haben einen Nachteil:
Sie richten sich nicht nach dem realen Zustand einer Maschine. Wird ein Bauteil nach Plan getauscht, obwohl es noch einwandfrei läuft, entstehen unnötige Kosten. Umgekehrt kann ein Schaden zwischen zwei Wartungsterminen auftreten und unbemerkt bleiben, bis er teuer wird.
Lösung:
Intervallbasierte und zustandsabhängige Wartung kombinieren, für maximale Effizienz.
Die intervallbasierte Wartung eignet sich besonders in diesen Fällen:
Bei Bauteilen mit gut bekanntem, gleichmäßigem Verschleiß.
Wenn Herstellervorgaben klare Wartungsintervalle definieren.
Bei Anlagen, die sich nur schwer mit Sensorik überwachen lassen.
Als erster Schritt weg von einer rein reaktiven Instandhaltung.
Bei sehr teuren oder besonders kritischen Anlagen lohnt sich dagegen der zusätzliche Schritt zur datenbasierten Wartung.
Ein Wartungsplan bringt nur etwas, wenn er tatsächlich gelebt wird. Entscheidend ist daher, dass jede Aufgabe klar terminiert, angeleitet und nachvollziehbar dokumentiert wird.
Hier setzt i|NORIS®-DMI an. Die Lösung stellt digitale Wartungsanweisungen direkt am Arbeitsplatz bereit, erinnert automatisch an fällige Intervalle und dokumentiert jeden ausgeführten Schritt revisionssicher. So wird aus einem Wartungsplan ein zuverlässig gelebter Prozess, statt einer Papierliste in der Schublade.
Über Daten und Auswertungen wird zusätzlich sichtbar, an welchen Anlagen sich Ausfälle oder Nacharbeit häufen. Damit lassen sich starre Intervalle schrittweise an die tatsächliche Belastung anpassen. Das ist der erste Schritt in Richtung zustandsabhängiger Wartung, ohne sofort in Sensorik investieren zu müssen.
Die vorbeugende Instandhaltung ist ein bewährter Weg, um ungeplante Stillstände zu reduzieren und die Wartung planbar zu machen. Sie ist einfach umzusetzen und ein sinnvoller erster Schritt weg von der reinen Reparatur nach dem Ausfall.
Ihre Grenze liegt in den festen Intervallen, die den realen Zustand nicht berücksichtigen. Wer beide Welten verbindet, plant seine Wartung zuverlässig und vermeidet zugleich unnötige Kosten. Voraussetzung ist eine saubere digitale Umsetzung mit klaren Anweisungen und lückenloser Dokumentation.
Unser Tipp:
Starten Sie mit der intervallbasierten Wartung und ergänzen Sie sie schrittweise um zustandsabhängige Maßnahmen.
Die vorbeugende Instandhaltung wartet nach festen Intervallen, unabhängig vom Zustand der Maschine. Die zustandsabhängige Instandhaltung richtet sich dagegen nach realen Messwerten und wartet erst bei tatsächlichem Bedarf. Beide Ansätze lassen sich sinnvoll kombinieren.
Die Intervalle hängen von der Anlage, der Belastung und den Herstellervorgaben ab. Als Grundlage dienen Betriebsstunden, Produktionszyklen oder feste Zeitabstände. Eine belastbare Datenauswertung hilft, die Intervalle im Lauf der Zeit zu optimieren.
Auf den ersten Blick verursacht sie mehr geplante Wartung. Unterm Strich ist sie aber meist günstiger, weil ungeplante Ausfälle mit ihren hohen Folgekosten vermieden werden. Entscheidend ist, die Intervalle nicht unnötig eng zu setzen.
Ja. Digitale Wartungspläne und die Dokumentation lassen sich an bestehende ERP- und Maschinensysteme anbinden. So entsteht keine Insellösung, und die Daten stehen zentral zur Verfügung.
Erfahren Sie, wie i|NORIS®-DMI Ihre Instandhaltung effizienter macht.