Titelbild zeigt eine Maschine mit QR Code um den digitalen Produktpass auszulesen

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1. Digitaler Produktpass:
Was Hersteller jetzt vorbereiten müssen

23. Juni 2026

Die EU macht es zur Pflicht:
Immer mehr Produktkategorien werden in den nächsten Jahren einen Digitalen Produktpass (DPP) benötigen. Für Unternehmen, die Produkte herstellen oder in die EU einführen, bedeutet das, dass Fertigungsdaten, Qualitätsnachweise und Rückverfolgbarkeitsinformationen künftig in einem standardisierten digitalen Format vorliegen müssen.

Was viele unterschätzen:
Der DPP ist kein reines IT-Projekt, das auf Systemebene gelöst wird. Die Grundlage entsteht in der Fertigung. Wer dort heute unstrukturiert oder papierbasiert dokumentiert, wird die Anforderungen des DPP nicht erfüllen können, egal welche Software danach zum Einsatz kommt.

EU-Pflicht

Immer mehr Produktkategorien benötigen einen digitalen Produktpass.

Datenbasis aus der Fertigung

Daten müssen im Produktionsprozess entstehen und strukturiert erfasst werden.

Wichtige Inhalte

Materialien, Herkunft, Qualitätsnachweise, Reparierbarkeit und Recycling sind Kerninhalte.

Effizienz & Sicherheit

Digitalisierung schafft Transparenz, Qualität und Wettbewerbsvorteile.

2. Was ist der Digitale Produktpass und was regelt er?

Der Digitale Produktpass ist ein zentrales Instrument der EU-Verordnung über ökodesigngerechte Produkte (ESPR, Verordnung EU 2024/1781). Ziel ist es, für jedes in der EU verkaufte Produkt vollständige Informationen über Zusammensetzung, Herkunft, Reparierbarkeit und Entsorgung bereitzustellen. Diese Informationen sollen über die gesamte Lebensdauer des Produkts zugänglich sein, über einen eindeutigen digitalen Datenträger wie QR-Code oder RFID-Chip.

Stufenweise Einführung

Februar 2023

Batterien

2028

Textilien

2029

Elektronik

2030

Weitere Kategorien

3. Was muss der DPP enthalten?

Materialzusammensetzung und Herkunft der eingesetzten Werkstoffe

Fertigungsstandorte und beteiligte Lieferanten

Qualitätsnachweise, Prüfergebnisse und Freigabedokumentationen

Informationen zur Reparierbarkeit, Wartung und Ersatzteilversorgung

Angaben zur Recyclingfähigkeit und zur Entsorgung am Lebensende

Detailansicht was muss ein DPP enthalten

4. Warum die Produktion das kritische Glied ist

Der DPP stellt keine neuen Anforderungen an die Produkteigenschaften selbst, sondern an die Transparenz darüber. Diese Transparenz kann nur aus der Fertigung kommen. Jede Qualitätsprüfung, jede Freigabe, jede Materialcharge, die im Produktionsprozess nicht sauber erfasst wird, fehlt später im DPP.

Was das für die Vorbereitung bedeutet

Unternehmen, die die DPP-Anforderungen erfüllen wollen, müssen bereits heute ihre Fertigungsdokumentation auf Digitaltauglichkeit prüfen.

Die relevanten Fragen sind:

  • Welche Daten entstehen in der Produktion?
  • Wo werden sie erfasst?
  • In welchem Format?
  • Gibt es einen durchgängigen Datenfluss vom Shopfloor in die übergeordneten Systeme?
  • Und sind die Daten so strukturiert, dass sie maschinell ausgelesen und an ein DPP-System übergeben werden können?

Typische Datenlücken

  • Papierbasierte Prüfprotokolle
  • Manuelle Freigaben & Unterschriften
  • Excel-Listen & Insellösungen
  • Keine Verbindung zum Shopfloor
  • Nicht auditierbar nach DPP-Standard

5. Was Unternehmen jetzt konkret tun sollten

1. Datenlücken erfassen

Erster Schritt ist eine Bestandsaufnahme aller produktbezogenen Daten im Fertigungsprozess, inklusive Ausnahmen wie Nacharbeit, Freigabeabweichungen und Lieferantenwechsel.

2. Prozesse digitalisieren

Digitale Arbeitsanweisungen führen und dokumentieren Fertigungsschritte für eine DPP-fähige Produktion. i|NORIS®-DMI erfasst Prozess- und Prüfdaten revisionssicher.

3. Schnittstellen prüfen

Der DPP wird nicht isoliert befüllt: Fertigungsdaten müssen über saubere Schnittstellen aus Produktionssystem, ERP und DPP-Backend zusammengeführt werden.

4. Lieferanten einbinden

Lieferanten müssen relevante Daten strukturiert und maschinenlesbar bereitstellen. Frühzeitige Vertragsanforderungen vermeiden spätere Nachverhandlungen.

6. Der DPP auf dem Weg: Ein Blick in die Zukunft

Vorbereitung & Datenstrukturen schaffen
Digitale Dokumentation im gesamten Shopfloor
Erste verpflichtende Kategorie ab Februar 2027
Automatisiere Datenübergabe an DPP-Systeme
KI-gestützte Analysen & kontinuierliche Verbesserung

Unser Tipp

Frühzeitig starten, Datenquellen identifizieren und Prozesse Schritt für Schritt digitalisieren.

So sind sie breit, wenn die Pflicht kommt.

7. Fazit

Der Digitale Produktpass ist keine ferne Zukunftspflicht. Die ersten verpflichtenden Kategorien greifen ab 2027, und die Vorbereitung in der Fertigung benötigt Zeit. Unternehmen, die heute ihre Produktionsdokumentation digitalisieren und strukturieren, schaffen nicht nur die Grundlage für die DPP-Compliance, sondern gewinnen dabei auch an Effizienz und Qualitätssicherheit.

Der entscheidende Hebel liegt nicht in der DPP-Software selbst, sondern in der Qualität der Daten, die in der Fertigung entstehen. Wer dort solide aufgestellt ist, wird die DPP-Anforderungen ohne größere Zusatzaufwände erfüllen können.

Compliance sichern

Risiken minimieren

Effizienz steigern

Wettbewerbsvorteile nutzen

8. Häufige Fragen zum Digitalen Produktpass

Gilt der DPP für alle Branchen gleichzeitig?

Nein. Die EU-Verordnung schafft den rechtlichen Rahmen, die konkreten Anforderungen werden über produktspezifische Delegierte Rechtsakte festgelegt. Batterien unterliegen bereits ab Februar 2027 der DPP-Pflicht, Textilien und Elektronik folgen bis 2030. Für Maschinenbau, Medizintechnik und andere Industriekategorien laufen die entsprechenden Verfahren. Unternehmen sollten die Entwicklungen für ihre Produktkategorie aktiv beobachten.

Welche Daten aus der Fertigung sind für den DPP zwingend erforderlich?

Das hängt von der Produktkategorie ab. Grundsätzlich erwartet der DPP Informationen zur Materialzusammensetzung, zu Fertigungsstandorten, zu Qualitätsnachweisen und Prüfergebnissen sowie zur Rückverfolgbarkeit von Bauteilen und Chargen. Daten, die im Fertigungsprozess nicht strukturiert erfasst werden, können später nicht nachgeliefert werden.

Wie unterstützt der digitale FAUF die Rückverfolgbarkeit?

Jeder Arbeitsschritt, jede Menge und jedes Prüfergebnis wird auftragsbezogen und revisionssicher erfasst. Sie können jederzeit nachvollziehen, wer wann was gefertigt und geprüft hat. Das erfüllt die Nachweispflichten regulierter Branchen und vereinfacht Audits erheblich.

Wie unterscheidet sich der DPP von bisheriger Qualitätsdokumentation nach ISO 9001?

Bestehende QM-Dokumentation nach ISO 9001 oder ähnlichen Normen ist ein guter Ausgangspunkt, aber nicht ausreichend. Der DPP verlangt eine maschinenlesbare, standardisierte und über die gesamte Produktlebensdauer zugängliche Datenbasis. Interne Qualitätsberichte im PDF-Format oder papierbasierte Prüfprotokolle erfüllen diese Anforderung nicht. Die Daten müssen in einem Format vorliegen, das über APIs oder Datenträger abrufbar ist.

Was droht, wenn Unternehmen die DPP-Anforderungen nicht erfüllen?

Die ESPR-Verordnung sieht vor, dass Produkte ohne konformen DPP nicht in der EU vermarktet werden dürfen. Konkrete Bußgeldregelungen werden durch nationale Behörden festgelegt. Hinzu kommt das Risiko, bei Kundenaudits oder Ausschreibungen zu scheitern, da insbesondere größere Abnehmer die DPP-Compliance ihrer Lieferanten bereits heute einfordern.

Bereit für den digitalen Produktpass?

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